Häufige Fragen

Ist der Berufsbildnerkurs obligatorisch, um Lernende auszubilden?

Für verantwortliche Berufsbildnerinnen und Berufsbildner besteht gemäss Bundesgesetz über die Berufsbildung (Berufsbildungsgesetz, BBG), Art. 45 «Anforderungen an Berufsbildnerinnen und Berufsbildner» und der Verordnung über die Berufsbildung (Berufsbildungsverordnung, BBV), Art. 40 «Berufsbildungsverantwortliche in der beruflichen Grundbildung» eine Kurspflicht. Ein Kurs dauert mindestens 40 Kursstunden.

Wer darf einen Berufsbildnerkurs besuchen?

Grundsätzlich können alle Personen den Berufsbildnerkurs absolvieren. Es bestehen keine gesetzlichen Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen. Eine Ausnahme ist der Kanton Schwyz, der für den Kursbesuch mindestens zwei Jahre Berufserfahrung voraussetzt.

Für die Akkreditierung als Berufsbildungsverantwortliche und Erteilung einer Bildungsbewilligung ist das Berufsbildungsamt Ihres Arbeitskantons zuständig.

Die fachlichen Mindestanforderungen an Berufsbildner und Berufsbildnerinnen sind in der Bildungsverordnung des entsprechenden Ausbildungsberufes definiert. Voraussetzungen sind eine bestimmte Anzahl Jahre beruflicher Praxis im Lehrgebiet und ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder ein höherer Fachabschluss (BP/HF). Sind diese gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt und ist der eidgenössisch anerkannte Berufsbildnerausweis vorhanden, so wird die Bewilligung vom Berufsbildungsamt des Arbeitskantons erteilt.

Weitere Auskünfte erhalten Sie beim zuständigen Berufsbildungsamt Ihres Arbeitskantons.

Gilt dieser Kurs für alle Berufe?

Berufsbildnerkurse werden in der Regel berufs- und branchenübergreifend geführt. Erfahrungsgemäss wird der Austausch dadurch vielfältiger und die Kursteilnehmenden sind in Alter und Geschlecht besser durchmischt. Die vom Bund vorgegebenen Bildungsziele sind zudem übergeordnet.

Da es im Bereich der kaufmännischen Grundbildung sehr viele Besonderheiten gibt, die für eine grosse Zielgruppe gelten, bieten wir KV-spezifische Berufsbildnerkurse an. In diesen Kursen werden alle Themen rund um die neue Bildungverordnung 2012 (BiVo 2012), ALS, PE und KN vertieft behandelt.

Nach Bedarf übernehmen wir gerne die Planung und Durchführung von Berufsbildnerkursen für jede Berufsgruppe – z. B. mit speziellen firmeninternen Angeboten oder verbandsspezifischen Angeboten.

Findet am Ende des Kurses eine Prüfung statt?

Nein, es finden während des ganzen Kurses keine Prüfungen statt. Einzige Voraussetzung für den Erhalt des Berufsbildnerausweises ist das lückenlose Absolvieren aller 40 Lernstunden.

Kann ich den Kurs auch besuchen, wenn ich gerade keine Lernenden ausbilde?

Sie besuchen den Berufsbildnerkurs in erster Linie zur persönlichen Weiterbildung. Es spielt daher keine Rolle, ob Sie gerade Lernende ausbilden oder dies erst später der Fall sein wird. Allerdings lassen sich verschiedene Inhalte einfacher mit der Praxis verknüpfen, wenn Sie parallel bereits Lernende ausbilden können.

Hat der Kurs ein «Ablaufdatum» und gibt es obligatorische Wiederholungskurse?

Zurzeit gilt der einmal erworbene Ausweis zeitlich unbeschränkt in der ganzen Schweiz.
Wiederholungskurse sind fakultativ.

Wie viele Lernende kann ein/e Berufsbildner/in gleichzeitig ausbilden?

Die Anzahl Lernende, die in einem bestimmten Betrieb ausgebildet werden dürfen, ist in der Bildungsverordnung des jeweiligen Berufes festgehalten.

Muss ich den Berufsbildnerkurs in meinem Arbeitskanton besuchen?

Nein, Sie können den Berufsbildnerkurs in jedem Kanton besuchen bzw. absolvieren. Der Ausweis ist eidgenössisch anerkannt.

Ist die Verpflegung in den Kurskosten inbegriffen?

Für die Verpflegung (Kaffeepausen, Mittagessen) müssen die Teilnehmenden selber aufkommen.

Muss ich trotz meiner Personalausbildung den ganzen Berufsbildnerkurs besuchen?

Wenn Sie bezüglich Bildungsziele eine gleichwertige Bildungsleistung nachweisen können, erlässt Ihnen das kantonale Berufsbildungsamt den Besuch des betreffenden Berufsbildnerkurses und stellt anstelle des Diploms bzw. des Kursausweises eine Gleichwertigkeitsanerkennung aus.

Können nicht alle vier Bildungsziele angerechnet werden, stellt das Berufsbildungsamt eine Teildispensation aus. Diese befreit Sie teilweise vom Besuch des Berufsbildnerkurses.

Gesuche um vollständige oder teilweise Anrechnung von bereits im In- oder Ausland erbrachten Bildungsleistungen sind dem Berufsbildungsamt Ihres Arbeitskantons zusammen mit den Kopien der anzurechnenden Abschlüsse oder Bestätigungen vor der Anmeldung bei einem Anbieter einzureichen.

Das Adressverzeichnis aller Berufsbildungsämter finden Sie hier.

SBBK-Empfehlung Nr. 4

Welche Fähigkeiten zeichnen Berufsbildner/innen ausserdem aus?

Die persönlichen Fähigkeiten eines Berufsbildners, einer Berufsbildnerin lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Er/Sie hat eine akzeptierende, freundliche Grundhaltung gegenüber den Lernenden.

  • Er/Sie beweist Vertrauen in die Lernenden und achtet Lernende als eigenständige Personen. Dies stellt die Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit dar.

  • Er/Sie ist fachlich kompetent. Das ist wichtig, damit die Lernenden den oder die Vorgesetzte/n als Vorbild akzeptieren können.

  • Er/Sie hat die Fähigkeit, Wissen zu vermitteln. Er/Sie kann Sachen gut vormachen und erklären, lässt dem Lernenden genügend Zeit, wird nicht ungeduldig, akzeptiert auch Fehler und fordert und fördert Lernende.

Was kostet der Berufsbildnerausweis?

Bei einem vollständig absolvierten Kurs oder einem Kurs mit einer Teildispensation von max. einem Tag, ist der Berufsbildnerausweis im Kurspreis inbegriffen. Werden drei Kurstage oder weniger absolviert, so werden CHF 30 für den Kursausweis verrechnet.