Ist der Kurs, um Lernende auszubilden, obligatorisch?

Ohne Kurs gibt es keinen Berufsbildnerausweis und damit auf Dauer auch keine Bewilligung für den Betrieb (ausser sonst jemand im Betrieb hat den Ausweis).
Gemäss Bundesgesetz über die Berufsbildung (Berufsbildungsgesetz, BBG), Art. 45 «Anforderungen an Berufsbildnerinnen und Berufsbildner» und der Verordnung über die Berufsbildung (Berufsbildungsverordnung, BBV), Art. 40 «Berufsbildungsverantwortliche in der beruflichen Grundbildung» besteht für verantwortliche Berufsbildnerinnen und Berufsbildner eine Kurspflicht.

Wer darf einen Berufsbildnerkurs besuchen? 

Die Anforderungen an Berufsbildner/innen in Lehrbetrieben sind in Artikel 44 der Berufsbildungsverordnung BBV geregelt:

 

1. Berufsabschluss der Stufe Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis EFZ oder höher

2. Mindestens zwei Jahre berufliche Praxis im Lehrgebiet

3. eine berufspädagogische Qualifikation im Äquivalent von 100 Lernstunden (Eidgenössisches Diplom als Berufsbildner/in in Lehrbetrieben) oder als Minimalanforderung: ein Berufsbildnerkurs im Umfang von 40 Lektionen (Berufsbildnerkurs-Ausweis).

 

In den Bildungsverordnungen zu den jeweiligen Berufen können die Organisationen der Arbeitswelt OdAs die Anforderungen an den Abschluss und an die Anzahl Praxisjahre präzisieren oder erhöhen. Diese Präzisierung ist in der jeweiligen «Verordnung über die berufliche Grundbildung...» unter «6. Abschnitt: Anforderungen an die Anbieter der Bildung im Lehrbetrieb» zu finden.

Wir empfehlen auch allen Praxisbildner/innen oder weiteren Fachleuten, die bei der Ausbildung von Lernenden mitwirken, einen Grundkurs.

Gilt dieser Kurs für alle Berufe?

Berufsbildnerkurse werden in der Regel berufs- und branchenübergreifend geführt. Erfahrungsgemäss wird der Austausch dadurch vielfältiger, die Kursteilnehmenden sind in Alter und Geschlecht besser durchmischt. Die vom Bund vorgegebenen Bildungsziele sind zudem übergeordnet. 

Da im Bereich der kaufmännischen Grundbildung sehr viele Sonderheiten bestehen, die für eine grosse Zielgruppe gelten, bieten wir KV-spezifische Berufsbildnerkurse an. In diesen werden alle Themen rund um die neue Bildungverordnung 2012 (BIVo 2012), ALS und PE vertieft behandelt. 

Nach Bedarf können Berufsbildnerkurse für jede Berufsgruppe geplant und durchgeführt werden (z.B. firmeninterne Angebote).

Findet am Ende des Kurses eine Prüfung statt?

Nein, es finden während des ganzen Kurses keine Prüfungen statt. Um am Ende den Berufsbildnerausweis zu erlangen, ist aber der lückenlose Besuch der 40 Lernstunden nötig.

 

Kann ich den Kurs auch besuchen, wenn ich grade keine Lernenden ausbilde?

Sie besuchen den Berufsbildnerkurs in erster Linie zur persönlichen Weiterbildung. Es spielt daher keine Rolle, ob Sie gerade Lernende ausbilden oder dies erst später der Fall sein wird. Allerdings lassen sich verschiedene Inhalte einfacher mit der Praxis verknüpfen, wenn Sie parallel bereits Lernende ausbilden können.

Hat der Kurs eine Art Ablaufdatum?

Oder sind Wiederholungskurse obligatorisch?

Zur Zeit gilt der einmal erworbene Ausweis für immer, in der ganzen Schweiz.

Wieviele Lernende können pro Berufsbildner gleichzeitig ausgebildet werden?

Die Anzahl Lernende welche in einem bestimmten Betrieb ausgebildet werden dürfen ist im Reglement des jeweiligen Berufes festgehalten.

Muss ich den Berufsbildnerausweis in meinem Arbeitskanton besuchen?

Nein, Sie können den Berufsbildnerkurs in jedem Kanton besuchen bzw. absolvieren. Der Ausweis ist eidgenössisch.

Ist die Verpflegung in den Kurskosten inbegriffen?

Im Kursgeld inbegriffen sind der Berufsbildnerausweis sowie Mineralwasser während der Kursstunden. Für die restliche Verpflegung (Kaffeepausen, Mittagessen) müssen die Teilnehmenden selber aufkommen.

Muss ich trotz meiner Personal-Ausbildung den ganzen Berufsbildnerkurs besuchen?

Anrechnung von bereits erbrachten Bildungsleistungen (Teildispensation)
Können Sie bereits erbrachte gleichwertige Bildungsleistungen nachweisen? Dann haben Sie die Möglichkeit, beim zuständigen Berufsbildungsamt eine Gleichwertigkeitsanerkennung oder eine Teildispensation (für einzelne Kurstage) zu beantragen. Das Adressverzeichnis aller Berufsbildungsämter finden Sie hier.

Welche Fähigkeiten zeichnen Berufsbildner/innen ausserdem aus?

Der Beobachter beschreibt die persönlichen Fähigkeiten eines Berufsbildners, einer Berufsbildnerin folgendermassen:

  • Er/Sie hat eine akzeptierende, freundliche Grundhaltung gegenüber den Lernenden.
  • Er/Sie beweist Vertrauen in die Lernenden und achtet Lernende als eigenständige Personen. Dies stellt die Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit dar.
  • Er/Sie ist fachlich kompetent. Das ist wichtig, damit die Lernenden den oder die Vorgesetzte/n als Vorbild akzeptieren können.
  • Er/Sie hat die Fähigkeit, Wissen zu vermitteln. Er/Sie kann Sachen gut vormachen und erklären, lässt dem Lernenden genügend Zeit, wird nicht ungeduldig, akzeptiert auch Fehler und fordert und fördert Lernende.