KV Reform
Ausgangslage (IST-Zustand):
"Der rasante Wandel und die damit zusammenhängenden laufenden Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft verlangen dringend nach Anpassung der kaufmännischen Grundausbildung und somit nach einer Reform der schulischen und betrieblichen Ausbildungsinhalte und -formen", so stand es im September 1994 in einem Strategiepapier der Schweizerischen Konferenz der Rektoren kaufmännischer Berufsschulen.
Diese Aussage hat seither nichts an Brisanz verloren, sondern die gestiegene Nachfrage nach gut ausgebildeten und qualifizierten Kaufleuten hat noch zugenommen. Diesem Anliegen soll u.a. auch die Reform der kaufmännischen Grundausbildung Rechnung tragen.
Anforderungen der neuen KV Lehren (Soll-Zustand):
Mit dem neuen Berufsbild der kaufmännischen Ausbildungen arbeiten Lehrmeister, Lehrpersonen, Schulleitungen, Prüfungsleitungen und Branchenverbände in einer eng strukturierten Form zusammen, wie sie bisher allen Beteiligten unbekannt war. Insbesondere die Lehrmeister, aber auch die anderen Partner sind darauf angewiesen, dass diese neuen Formen der Ausbildung, der Bewertung und des Prüfens intensiv und zum Teil gemeinsam erarbeitet werden müssen.
Insbesondere müssen die Lehrmeister zukünftig ALS (Arbeits- und Lernsituationen) auswerten und benoten können. Diese Aussage gilt auch für die Prozesseinheiten (betriebliche Arbeitsabläufe und Projekte). Ausserdem müssen die Lehrmeister im Stande sein, die neuen Leistungsziele den betrieblichen Ausbildungsplänen (Ausbildungs-Prozesse) zuordnen zu können.
Das neue Lehrmodell setzt zudem voraus, dass die Lehrmeister zuerst von den Qualitäten der neuen Lehrmodelle überzeugt werden müssen. Ansonsten riskieren wir, dass ein Grossteil der Kleinen und Mittleren Unternehmungen (KMU's) nur noch wenige oder gar keine Lehrverhältnisse im kaufmännischen Berufsfeld abschliessen wird.